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Bilder und
Bericht
von der
Senatstour 2009
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„Eimer voll“
Senatstour vom 02. bis 04. Oktober 2009
Die letzte Senatstour der „KG
Rheinflotte“ liegt schon einige Jahre zurück, und als zufälligerweise
der allgemeine Wunsch danach angesprochen wurde, kam der Vorschlag vom
Senatspräsidenten, Gerd Möltgen, einmal eine Weinlese mitzumachen, bei
allen Senatoren gut an. Dass einige Mitglieder aus Alters- bzw.
gesundheitlichen Gründen diese Tour dann doch nicht mitmachen wollten,
war durchaus verständlich. Schade war jedoch, dass die Teilnehmeranzahl
bei Reiseantritt so gering war, dass man sich einen gemieteten Bus
sparen konnte. Also transportierten sich in Absprache alle Teilnehmer
dieser Fahrt mit den eigenen Pkw’s nach Alzey, was sich als gar nicht so
verkehrt herausstellte, weil eine Gruppe noch bis Mittag arbeiten musste
und später anreiste, während die andere Gruppe (Aschenbruck und
Winterscheidt) bereits am frühen Nachmittag den ersten (Einkaufs-)
Bummel durch das wunderschöne Alzey starten konnte.
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Die spätere Gruppe (Harig, Nonnengässer,
Möltgen), die gegen 16.30 Uhr im Best Western Hotel in Alzey eintraf,
nahm sich trotzdem die Zeit, nach dem
Einchecken im Hotel auch noch einen kurzen Bummel durch die
Altstadt zu machen und um sich zur
Einstimmung in ein erlebnisreiches Wochenende schon einen guten
Schoppen zu gönnen. Es wurde also gleich nach einem kurzen Rundumblick
auf dem Marktplatz (von Gabi Nonnengässer vom hohen Ross) im „Römer“
eingekehrt und ein für die Region typischer Imbiss bestellt:
Zwiebelkuchen und dazu ein Glas herrlich süßer Federweißer.
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Leider war es nur ein kurzer Ausflug,
weil wir zum Abendessen um 19.00 Uhr wieder im Hotel sein mussten.Der
reservierte Tisch im Hotelrestaurant war für uns bereits eingedeckt, und
so haben wir gleich rundherum Platz genommen und uns als Aperitif ein
kühles Bier, einen Federweißen oder „einen leckeren Roten“ bringen
lassen.
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Beim gemeinsamen Spanferkelessen wurden
die ersten Eindrücke von der Gegend ausgetauscht und überlegt, wie denn
der nächste Tag ablaufen könnte, denn
keiner von uns hatte so eine Weinlese schon einmal mitgemacht,
der uns einen Eindruck über die Arbeit eines Weinlesers vermitteln
konnte. Ich glaube, sogar ein paar skeptische Gesichter gesehen zu
haben, was die Weinlese anging. Karl-Heinz Nonnengässer behauptete
sogar: „Ich kann jo noch niddens in Rau en Zeidung läse, wie soll ich
dann do ene Wing läse“.
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Was keiner von uns wusste: Es erwartete
uns ein herrlich sonniger Tag, an den wir uns trotz Arbeit noch lange
und gerne erinnern werden – aber auch mit verheerenden Folgen für den
einen oder anderen und seine Mitmenschen. |
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Samstag, 03. Oktober
Nach dem gemütlichen Beisammensein von
gestern – die Runde wurde erst weit nach Mitternacht aufgelöst – kamen
wir doch gut aus dem Bett, alle konnten noch in Ruhe frühstücken, und
der Bus für den Transfer zum Weingut kam auch erst kurz nach 9.00 Uhr.
Dort angekommen, wurden gleich Tabletts mit Federweißer herumgereicht,
wohl zur Stärkung, bevor es in den Weinberg ging. Wir waren nicht die
Einzigen, an die 80 - 100 Personen wollten das Weinlese-Erlebnis
mitmachen. Und wie sich später herausstellte, war es für die meisten
Teilnehmer nicht das erste Mal, dass sie an dieser Gaudi teilnahmen.
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Also dann, rauf auf den Anhänger, der von
einem kleinen alten Traktor gezogen wurde, und ab. Pro Fuhre wurden so
ca. 14 Leute und eine Aufsichtsperson zu den Reben gefahren. Die Fahrt
war nicht gerade bequem, aber das tat unserer guten Laune keinen
Abbruch, lachte doch die Sonne so früh am Morgen schon kräftig wärmend
auf uns herab. An der Endstation waren bereits Tische und Bänke, ein
Zelt und ein Tresen zur Essensausgabe aufgestellt, und was nicht fehlen
durfte, Federweißer satt für jeden, der noch Flüssigkeitsbedarf hatte.
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Ausgestattet mit einem großen Eimer,
einer Schere – wer wollte, mit Gummihandschuhen – und kurzen
Anweisungen, wie der Wein zu lesen ist, wurden je zwei Mann an eine
Rebstockreihe abkommandiert , der eine rechts, der andere links. Und los
ging’s…
Anfangs für uns
Neulinge noch ein wenig mühsam, steigerten wir unser Schnitttempo bis
zur Frühstückspause, dass die kleinen Traktoren, die jetzt dafür
zuständig waren, durch die Reihen zu fahren und unsere vollen Eimer zu
leeren, gar nicht nachkamen. „Eimer voll“ - wen wundert es da, dass der
meistgerufene Satz fast gleichzeitig aus 5 verschiedenen Reihen kam,
aber am lautesten war die Gabi Nonnengässer herauszuhören, die muss ja
eine Geschwindigkeit vorgelegt haben…!
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Na ja, wir haben den Traktorfahrern dann
erst mal eine Pause gegönnt und sind selber zum Zelt zurück gelaufen, wo
man schon mit dem zweiten Frühstück auf uns wartete – und wie sollte es
anders sein: es gab ein großes Stück leckeren Zwiebelkuchen vom Blech
und einen Bembel Federweißer oder als Alternative ein saftiges Stück
Apfelkuchen und Kaffee.
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Frisch gestärkt und guter Dinge ging es
dann wieder in unsere Reihen zurück, jetzt allerdings nicht mehr
vollzählig; einige Teilnehmer blieben bei dem herrlichen Sonnenschein
auf der Bank sitzen. Waren es die, weswegen die Traktorfahrer nicht
schnell genug voran kamen oder tat der Federweiße sein übriges?Unser
Grüppchen hatte so viel Spaß an der Sache gefunden, dass noch fleißig
bis zur Mittagspause weiter geschnitten und gepflückt wurde. Ob die
Trauben-Einsammler auch am Tisch sitzen geblieben sind? Keine Ahnung, es
dauerte jedenfalls keine 10 Minuten, kamen wieder – diesmal sogar von
weiter her - die Rufe: „Eimer voll - ich brauch ’nen Eimer!“ (Ein
Glück, dass wir im Weinberg waren und nicht zu Hause…, was würden wohl
die Nachbarn denken: „Haben die noch keine Wasserspülung?!“).
Damit wir unser flottes Arbeitstempo
beibehalten konnten, wurden dann Kiepenträger eingesetzt, die durch die
Reihen gingen, um unsere Ernte zu Fuß einzuholen.
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Die Zeit verging rasend schnell und eh
wir uns versahen, wurden „wir von der
„Lese“-Gesellschaft“ zur Mittagspause gerufen. Diesmal gab es
Kartoffelsuppe mit Bockwurst und – der Tradition folgend – einen
erfrischenden Federweißen. Nach dem Mittag ging es für uns schon wieder
ins Weingut zurück, weil wir mit der Hausherrin eine gemeinsame
Weinprobe abgesprochen hatten. Während die letzten Weine von uns noch
verkostet wurden, trudelte der Rest der Mannschaft aus den Weinbergen
ein. Ob die wohl schon mit den verheerenden Auswirkungen zu kämpfen
hatten, die so ein unvergorener Wein mit sich bringt…? Es fing in
einer Ecke an, der Lotti Aschenbruck fiel es als erstes auf. Sie schaute
sich um, konnte aber die Geruchsbelästigung niemandem zuordnen. „Das
kommt von draußen. Gabi, mach’ doch mal die Tür zu. Das wird ja immer
schlimmer!“ Aber auch bei geschlossener Tür hielt sich „der Duft der
großen weiten Welt“ - also Tür wieder auf. Bei dem Andrang ließ sich
nicht mehr einwandfrei feststellen, wer der Verursacher dafür war. Es
sollte noch schlimmer kommen… Die Runde wurde bald aufgelöst, weil wir
noch ins Hotel wollten, die Arbeitsklamotten loszuwerden und um uns für
das „Weinlesefest“ parat zu machen. Es wurde geduscht, gefönt,
geschminkt und gekämmt, denn der bestellte Bus sollte beizeiten vor der
Hoteltür stehen. Fast hätte die Wilma den Anschluss verpasst, weil
verschlafen, schaffte es dann aber doch noch pünktlich vor die Tür. Der
Shuttle-Service ließ eh noch etwas auf sich warten.
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Bei Hinkel’s angekommen hießen uns die
Hausherren und –damen erst einmal mit einem guten Schlückchen Sekt
willkommen. Es war noch angenehm warm, so dass wir uns zum Sektempfang -
nur mit einer leichten Jacke bekleidet - noch gut im großen Innenhof
aufhalten konnten. Mittags hatten wir schon einen kurzen Blick in die so
genannte Scheune werfen können, wo für uns mit herbstlichen Impressionen
bereits festlich geschmückt und eingedeckt war.Die „Lucky Lips“ spielten
für uns die besten Stücke aus ihrem reichhaltigen Repertoire, für jung
und alt, es war für jeden was dabei. Zu dem wirklich tollen Buffet gab
es leisere, leichte Töne, aber später wurde richtig abgerockt. Es gab
nach dem Essen sogar noch eine kleine Musik-, Show- und Sketcheinlage
von verschiedenen Kleinkünstlern aus der Region.
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Aber dann ging die Post richtig ab, die
Musikband spielte auf und in Windeseile waren wir hoch von den Bänken
und jeder tanzte und schunkelte für sich oder mit denen von den
Nachbartischen und sang mit, was die vom
Wein geölten Stimmbänder hergaben -
bis auf den Karl-Heinz Nonnengässer,
der nicht so richtig in Stimmung
kommen wollte, weil er ein leidenschaftlicher Asbach-Cola-Trinker
ist, waren alle nach einiger Zeit recht weinselig und beschwingt. (An
dieser Stelle unseren ganz lieben Dank, Karl-Heinz, dass Du tagsüber den
Hund in Deine Obhut genommen hast). Natürlich war es unsere
Pflicht, Frau und Herrn Dr. Hinkel für diesen schönen
Aufenthalt mit unseren Orden zu würdigen. Also gingen unser
Senatspräsident, Gerd Möltgen, und der Ehrenvorsitzende, Günter
Aschenbruck, nach vorne und überreichten diese ganz offiziell.
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Apropos Windeseile, in so bewegter,
ungezwungener Atmosphäre sollte ein kleiner „Fuzz“ kaum auffallen, aber
der über Tag genossene Wein ließ irgendjemandes sensiblem Darm keine
Ruhe. Verdächtig waren alle, aber niemand konnte konkret ausgemacht
werden, und wer wollte den oder die Übeltäter darauf ansprechen? So kam
es, dass die Damen ihre Gläser mit Servietten abgeschirmt haben, weil
sie befürchteten, die „dicke Luft“ könnte sich auf den guten Tropfen
legen und den Geschmack zunichte machen. Also ertrugen wir es mit
kölschem Humor, nicht ohne am
späteren Abend einige bissige Kommentare darüber abzulassen, über
die wir dann herzlich lachen mussten, denn auch einige von uns blieben
von den Auswirkungen nicht verschont.
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Bei der Verabschiedung war der späte
Abend eigentlich schon ein früher Morgen, trotzdem trafen wir uns alle
nach nur wenigen Stunden Schlaf gemeinsam im Frühstücksraum, der eine
oder andere mit mehr oder weniger Appetit. Bevor es wieder nach Hause
ging, haben wir natürlich den vergangenen Abend noch einmal intensiv
Revue passieren lassen, dabei waren wir uns einig, dass es insgesamt ein
großartiges Erlebnis war.
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Also hiermit noch einmal ein herzliches
Danke an die Familie Hinkel und alle, die mitgeholfen haben, das
Wochenende war wie versprochen rundherum perfekt.
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